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Asylpolitik unter der Lupe

Landrat nahm Stellung - Nächster Schritt Errichtung von Containerdörfern?
Rosenheims Landrat Wolfgang Berthaler nahm gestern zur aktuellen Asyl- und Flüchtlingssituation im Landkreis Stellung. Im Hotel Paulaner hatte zuvor der CSU-Ortsvorsitzende, Wolfgang Schmid (links), die Gäste begrüßt und gemeinsam mit dem Landrat zunächst Mitglieder für ihre langjährige Treue in der CSU geehrt. Anschließend übernahm Berthaler das Wort.

In seinem Vortrag konnten die Zuhörer spüren, dass dem Landrat das Thema Asyl am Herzen liegt und er mit viel Fachwissen und ebenso viel Herzblut an diesem Thema arbeitet. Dabei machte Berthaler keinen Hehl daraus, dass er sich als Landrat häufig "von der großen Politik in München und Berlin im Stich gelassen fühlt".

Gespickt mit persönlichen Erfahrungen aus vielen Begegnungen mit Asylsuchenden und haupt- wie ehrenamtlichen Betreuern schilderte Herr Berthaler zunächst die Situation von unbegleiteten Jugendlichen, die teilweisen mit finanzieller Unterstützung eines ganzen Dorfes im Alter von 16 oder 17 auf die Flucht geschickt werden. Der Weg kann bis zu 12 Monaten dauern, bevor die Jugendlichen in Europa und später im Landkreis Rosenheim ankommen. Nach den deutschen Gesetzen obliegt die Betreuung dieser Menschen dem Landkreis und so kümmert sich der Landrat mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um Unterbringung, gesundheitliche Untersuchungen und Betreuung. Mit steigender Zahl - inzwischen gilt es 200 Jugendliche zu betreuen, wird es zunehmend schwieriger geeignete Einrichtungen für die Betreuung zu finden. Immer wieder bedankte sich Landrat Berthaler bei den vielen ehrenamtlichen Helferorganisationen für die großartige Unterstützung, ohne die diese großen gesellschaftlichen Aufgabe nicht zu meistern wäre. Insgesamt nimmt das Thema Asyl und Flüchtlinge über 30 Prozent des Arbeitspensums des Landrates und seines Amtes ein. Und nach der Prognose ist nach ca. 200.000 Flüchtlingen im Jahr 2014 dieses Jahr mit ca. 450.000 Flüchtlingen zu rechnen. Nach dem aktuell auf dem freien Wohnungsmarkt vom Landratsamt keine Wohnungen und Unterkünfte mehr angemietet werden können, wird ein nächster Schritt die Errichtung von Containerdörfern sein. Ein Frage der Zuhörer zur möglichen Verwendung der Container an der Mittelschule Wasserburg konnte der 3. Bürgermeister Zwiefelhofer eine klare Absage erteilen, denn diese Container haben keine Bäder oder Küchen.

Auch zu den weiteren Fragen der Zuhörer wie zum Beispiel Nutzungsmöglichkeiten von Grundstücken des Landes Bayern oder der Bundesrepublik Deutschland, sozialer Wohnungsbau oder Aufenthaltszusage bis zum Ende einer begonnen Ausbildung konnte Landrat Berthaler kompetent Auskunft geben oder bot an, sich auch um Einzelfälle zu kümmern.

Zum Schluß forderte der Landrat nochmals die "hohe Politik" zu mehr Unterstützung auf und mahnte schnellere Entscheidungen bei den Asylverfahren an. Nach einem erneuten Dank für die Unterstützung durch die zahlreichen freiwilligen Helfer wurde der Abend beendet.

Asylveranstaltung EhrungDiese Mitglieder wurden für ihre langjährige Treue zur CSU geehrt:
Zehn Jahre sind Dr. Benedikt Ball und Oliver Winter dabei, 20 Jahre Rudolf Fischer, 30 Jahre Hans Heinerich sowie 40 Jahre Dr. Joseph Wallner. Karl Kapfhammer ist sage und schreibe 60 Jahre bei der CSU. (Fotos: Michaela Halt, Marco2811-Fotolia.com)